Oft sehe ich mich selbst als kleinen Teil des kollektiven Stroms des künstlerischen Ausdrucks aller Zeiten. Diese Verbindung lebendig zu halten und immer wieder neu zu verstehen ist mir wichtig. Künstlerischer Ausdruck ist das kosmische Geschenk eines immer wieder sich neu erschaffenden Universums.

Grundimpulse:

Das Spiel mit der Fülle

Erstaunlicherweise fand ich in einer Schachtel auf dem Speicher meine ersten malerischen Spuren im Alter von 3-4 Jahren. Was auffällt ist die Dichte mit der farbige Striche aneinander gesetzt werden, dieses Verlangen nach Dichte ist charakteristisch für mich. 3 Jahre später, ein weiteres Beispiel überbordender Fülle: das Leben auf einem Bauernhof, der Tannerhof, auf dem ich geboren wurde. Es wimmelt vor Tieren, Pflanzen und Menschen, die sich begegnen, aber alles hat Platz. Das Thema Bauernhof ist vorherrschend in diesen ersten Jahren.

Das Spiel mit der Natur

Erst die Begegnung mit dem was ist, durch zeichnen, photographieren oder einfach schauen und dann freies Spiel mit den Farben, Formen der Natur durch allmähliche Abstraktion. Dabei geht immer wieder um das Aufspüren des Wesenhaften.

 

Das Spiel mit der Transparenz

Es geht immer darum ein Leuchten hervorzubringen, entweder die Lichtquelle im Bild oder Beleuchtung von aussen zu schaffen. Zwischen Licht und Dunkelheit besteht für den Maler ein unerschöpfliches Kontinuum und dies ist für meine Arbeit unabdingbar.

Das Spiel mit der Zeit

In den meisten meiner Arbeiten ist viel Zeit gebunden. Meine Arbeitsweise der Schichtenmalerei und die Liebe zum Detail brauchen Zeit bei der Entstehung und auch der Betrachter braucht Zeit, sich in meine Bildern einzusehen. Die Faszination mit den Spuren des Vergangenen scheint in vielen Arbeiten durch und diese spezielle Zeit-Transparenz holt Vergangenes in die Gegenwart. Die wirkliche Herausforderung. „Wie kommt man zu dieser Frische des Ausdrucks, die aber in sich das Uralte birgt, was schon da war, bevor du überhaupt anfängst.“ Isamo Noguchi